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Garten Tipps für August

Garten Tipps für August

Extreme Hitzewellen, in manchen Regionen Dürre, Unwetter mit heftigem Regen und Wind – der Sommer 2019 hat einiges zu bieten. Nicht nur für Menschen ist das Wetter anstrengend, auch viele Pflanzen leiden unter dem Klima. Etliche Sommerblumen wirken völlig erschöpft.

 

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Wellness-Kur für die Pflanzen – düngen Sie jetzt, aber richtig!

Die Pflanzenpflege, die Versorgung mit Wasser und Dünger steht jetzt im Vordergrund. Das Auszupfen welker Blüten und Blätter bei Sommerblumen und Stauden ist besonders wichtig. Viele Pflanzen haben durch intensive Züchtung oder zu starke Düngung die Fähigkeit verloren, verwelkte Blütenblätter selbst abzustoßen. Auf den abgestorbenen Pflanzenteilen können sich schädliche Pilze ansiedeln, die Pflanzen verlieren auch durch die Entwicklung von Samen viel Kraft.

Sommerblumen wie Petunien, Surfinias, Millionbells... müssen Sie nun zurückschneiden und flüssig nachdüngen. Da es zwischendurch noch sehr heiß werden kann, sollte der Dünger jetzt schwach dosiert sein. Düngen Sie lieber öfters, sonst verbrennen an heißen Tagen die Wurzeln.

Späte Stauden und die, die nach der ersten Blüte zurückgeschnitten wurden, brauchen im August Dünger-Nachschub. Auch Knollenbegonien, Dahlien, Rosen – besonders dauerblühende - und der Rasen müssen jetzt gedüngt werden. Wegen der Verbrennungsgefahr sollte die Düngung sehr vorsichtig - möglichst bei kühlem, feuchten Wetter erfolgen. Verwenden Sie Spezialdünger wie Rasen- oder Rosendünger oder greifen Sie auf mineralische Dünger zurück. Organische Dünger sind in dieser Jahreszeit ungeeignet, da sie zu langsam wirken.

Verwenden Sie Spezialdünger wie Rasen- oder Rosendünger. Oftmals werden mineralische Dünger empfohlen. Diese verschlämmen aber langfristig den Boden und sind für eine nachhaltige gärtnerische Tätigkeit nicht gerade ideal. Organische Dünger aus tierischen Produkten oder Exkrementen (Guano) sind nicht nur zu dieser Jahreszeit suboptimal. Zum Einen wirken sie zu langsam und aus meiner Sicht sind diese unappetitlich. Verwenden Sie organische Dünger auf pflanzlicher Basis wie z.B. OPF. Diese wirken schnell, sind für den Boden „bekömmlich“, fördern also das Bodenleben und enthalten alle Stoffe, die die Pflanzen für einen vitalen Wuchs benötigen.

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Die Nähe des Herbstes zeigt sich daran, dass Kübelpflanzen ab Mitte August nicht mehr gedüngt werden. Sie bereiten sich auf die Überwinterung vor. Kamelien sollten sogar ab Anfang August keinen Dünger mehr erhalten und auch etwas trockener gestellt werden.
Das fördert den Ansatz der Blütenknospen fürs nächste Jahr und steigert die Härte der einjährigen Triebe.

 
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Richtig wässern, hacken und mulchen!

Wenn der Rasen grün bleiben soll, muss er abends spät oder morgens früh gründlich gewässert werden. Wer nicht soviel Gießwasser verbrauchen will und eine alte Rasenfläche hat, kann es auch riskieren, die Wiese nur wenig zu wässern. Der Rasen wird dann zwar braun. Die Grassode ist jedoch so mit dem Wurzelwerk verfilzt, dass sie sofort nach einer Regenperiode wieder austreibt und sich völlig regeneriert.

Mit wiederholtem Hacken bekämpfen Sie das Unkraut, das bei jedem Wetter wächst, erhalten aber vor allem die Bodenfeuchtigkeit. Bleibt der Boden unbearbeitet, verkrustet die Oberfläche und wird steinhart. Wasser kann durch viele kleine Röhrchen (Kapillare) schnell verdunsten. Beim Hacken dagegen werden die Kapillarröhrchen unterbrochen, die Verdunstung verringert.

Auch Mulchen leistet jetzt gute Dienste. Unter einer 4 - 6 cm dicken Schicht aus Holzhäcksel, Stroh, Spinat- oder Rhabarberblättern und Rasenschnitt trocknet die Erde weniger aus, das Bodenleben wird gefördert und Unkraut unterdrückt. Allerdings müssen Sie vorher etwas kalken und düngen, da das Verrotten der Mulchmasse dem Boden Nährstoffe entzieht. Das entfällt, wenn Sie Rindenhumus ausbringen, der schon aufgekalkt und mit Dünger angereichert ist.

 

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Bodenverbesserung jetzt!

Wenn die Blumen kaum noch blühen und im August schon einzelne Gemüsebeete abgeerntet sind, wird es höchste Zeit den Boden zu verbessern. Beim Gemüseanbau hat sich das Kompostieren im Beet als besonders effektiv erwiesen: Erntereste daher nicht wegwerfen, sondern grob zerkleinern, mit angetrocknetem Rasenschnitt vermischen und zwischen den Gemüsereihen ausbringen. Die verrottenden Pflanzenreste liefern alle wichtigen Nährstoffe in idealer Zusammensetzung.

Auch die sogenannte Gründüngung gibt dem Boden die durch die Pflanzen entzogenen Nährstoffe wieder zurück, ohne den Umweg über die Kompostierung. Säen Sie jetzt die schöne Bienenweide (Phacelia) oder Lupinen, Klee, Sommerwicken und Senf. Die Pflanzen beschatten den Boden und schützen ihn vor Erosion. Ihre Wurzeln – am stärksten die des Senfs - lockern die Erde.

Die Blattmasse wird nach dem ersten Frost eingegraben und steigert den Humusgehalt des Bodens. Die Schmetterlingsblüher unter ihnen, Lupinen, Klee und Wicken leben in Symbiose mit Bakterien, die den Stickstoff aus der Luft sammeln und im Wurzelbereich einlagern. Verrotten die Pflanzen im Winter, geben die kleinen Wurzelknöllchen den wichtigen Stickstoff an die Erde ab.

Was bisher im traditionellen Komposthaufen an organischen Garten- und Küchenabfällen gesammelt wurde, sollte jetzt umgeschichtet werden. Das schon zersetzte Material kommt dann zur Verwendung nach oben, die frischen Stoffe nach unten, wo die Mikroorganismen und Bodenlebewesen gut geschützt ihre Arbeit fortsetzen können.

Schauen Sie doch mal unter >> Bodenbakterien. Hier gibt es für die verschiedenen Anwendungsbereiche unterschiedliche Boden- und Wurzelbakterien. Übrigens, auch wenn der Vergleich hinkt: Die Wurzelbakterien sind für die Pflanzen wie eine Mutter. Wieso? Na weil die Wurzelbakterien die Nährstoffe für die Pflanzen aufbereiten, wie eine Mutter den Kindern das Essen kocht. Und damit müsste klar sein, dass es ohne „Muttern“ nicht geht, sprich die Ernährung der Pflanzen nicht klappt.

 

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Rasenpflege im Sommer

Der Rasen ist in diesem Jahr sehr strapaziert worden. Wir haben auf der Wiese gespielt, uns gesonnt. Kahlstellen sind aufgetreten, die man im August durch Nachsaat ausbessern kann. Auch Rasenneuanlage ist jetzt möglich. Sollte es noch heiß werden, darf der Rasen bei weitem nicht so kurz wie sonst geschnitten werden, damit die Halme sich gegenseitig schattieren können.

Wenn Ihr Rasen während Ihres Urlaubs aus der Form geraten ist, sollten Sie die Halme später nicht radikal zurückschneiden, sondern den Rasen im Abstand von mehreren Tagen schrittweise auf die optimale Schnitthöhe von 4-5 cm einkürzen.

Sonnenschutz für alle

Vergessen Sie auch nicht, zumindest in der Mittagszeit empfindliche Pflanzen mit Sonnenschirmen oder ähnlichem zu schattieren. Sie sollten sich auch selbst vor der Sonne zu schützen. Sonnenstich und Hitzschlag drohen bei längerer Arbeit in praller Sonne. Ziehen Sie sich immer wieder in den Schatten zurück. Tragen Sie einen Sonnenhut und trinken Sie ausgiebig Mineralwasser, Tees oder verdünnte Säfte.

 

 
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Schneiden im August

Der Sommerschnitt für Hainbuchen– und Ligusterhecken ist fällig. Auch bei anderen Hecken kann der Schnitt, der eigentlich im Juni nötig gewesen wäre, nun nachgeholt werden. Wenn die Hecken im unteren Teil kaum noch Blätter haben, verpassen Sie ihnen eine Pyramidenform, unten breiter als oben. Dann bekommen die unteren Äste genug Sonnenlicht, um auszutreiben.

Mandelbäumchen, Zierkirschen und Zierpflaumen werden ausgelichtet. Bei blühfaulen Glyzinen kürzt man die diesjährigen Triebe bis auf wenige Blätter ein. Abblühende Stauden und Sommerblumen wie Stockrosen, Lavendel, Islandmohn, Mädchenauge, Spornblume, Kokardenblume, Steinkraut, Federnelken, Rittersporn, Schleier - und Hornkraut schneiden Sie kräftig zurück.

Wenn kleine Kinder im Haus sind, müssen Sie die giftigen, lockenden Früchte von Eisenhut, Pfaffenhütchen, Seidelbast, Tollkirsche, Liguster, Aronstab, Maiglöckchen und Schneeball unbedingt jetzt entfernen.

Bei Sauerkirschen empfiehlt es sich, alle abgeernteten Triebe bis ins junge Holz zurück zu schneiden. Die Schattenmorelle trägt vornehmlich an jungen Zweigen.
Süßkirschen werden oft sehr groß. Man kann nach der Ernte die Krone bis auf die Hälfte kürzen. Sind die Bäume schon alt, sollten Sie diesen Schnitt auf mehrere Jahre verteilen. Auch Beerenobststräucher müssen nach der Ernte ausgelichtet, dicht stehende, abschattende Äste entfernt werden. Abgetragene zweijährige Ruten von Himbeeren und Brombeeren schneidet man ebenerdig ab.

 

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Es beginnt wieder die Pflanzzeit

Vertrocknete Pflanzen müssen ersetzt werden. Jetzt ist die Zeit für Sommerheiden in ihrer ganzen Vielfalt. Auch die traumhaften Madonnenlilien in Weiß oder Pastelltönen, die stattlichen Steppenkerzen, die bis zu 1m hohe Kaiserkrone, die Schachbrettblume oder das Kiebitzei werden nun gepflanzt. Frühlingsboten wie Märzenbecher, Schneeglöckchen und Winterlinge sollten jetzt in die Erde kommen.

Polsterstauden und Bodendecker dürfen Sie teilen und neu pflanzen. Prachtstauden, die nicht recht gedeihen, kann man noch umpflanzen für bessere Chancen im nächsten Jahr. Was in Beeten und Kübeln unansehnlich geworden ist, wird durch schöne Einjährige und Containerstauden ersetzt. Wenn Sie Clematis oder immergrüne Gehölze im August in die Erde bringen, werden sie noch vor dem Frost im Garten heimisch.

 

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Im Gemüsegarten

Die Frühkartoffeln, die ersten Bohnen, Erbsen, Zwiebeln und Möhren sind geerntet. Was man jetzt pflanzt und sät, kann man bis in den späten Herbst, manches sogar mitten im Winter ernten. Weit in die kalte Jahreszeit hinein bringen Brokkoli, Radicchio, Endivien, Winterportulak, Winterspinat, Porree, Rosenkohl, Grünkohl und Feldsalat die nötigen Vitamine.

Erdbeer-Jungpflanzen müssen bis Mitte des Monats im Boden sein, sonst ist ihr Ertrag im nächsten Jahr zu gering. und Zucchini sollten Sie im August besonders kräftig düngen, Tomaten auch reichlich gießen. Was jetzt bei den Tomaten blüht, das reift bis zum Herbst nicht. Deshalb werden die Haupttriebe gekappt.

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Gartentipps © Azana Verlag, Yves Kessler Vegetationstechnik Garten- & Landschaftsbau GmbH